

Herzlich Willkommen in Latgale!
Was ist Latgale? Es ist ein Teil von Lettland, der fast ein Viertel des ganzen Landes umfasst und in dem ein Drittel der lettischen Bevölkerung wohnen.Heute umfasst Latgale die Bezirke Balvi, Daugavpils, Kraslavas, Ludzas, Preili und Rezekne, sowie die beiden Städte Daugavpils (Duenaburg dt.) und Rezekne (Rositten dt.).
Latgale ist durch seine schöne Natur berühmt. Zu Recht wird Latgale das Land der blauen Seen oder das Seenland genannt. Hier liegen die größten Seen Lettlands – Lubans (82,1 km²), der zweitgrößte See – der Raznas See (in der Nähe von Rezekne), der tiefste See – Dridzis (bis zu 63 m tief), der auch der tiefste im Baltikum ist. Ein einzigartiges Naturschutzgebiet sind Ezezers mit dreiundsechzig Inseln und Velnezers (der Teufelssee), der für seine mystischen Farben und Legenden berühmt ist.
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Latgale grüßt seine Touristen mit malerischen Aussichten und einem Mosaik aus abwechslungsreichen Landschaften, Wäldern und Hügel und geologischen Besonderheiten – große Felsen (der größte Felsen Lettlands befindet sich in Nicgale (130 m³)), Hängen und Tälern. Charakteristisch für Latgale sind die Kreuze am Rande der Straßen, eine große Anzahl von weißen Kirchen inmitten von Nadelwäldern, Marmorhäusern und Burgen. Das weltbekannte religiöse Zentrum der Katholiken, die Aglona Basilika, zieht jedes Jahr am 15. August viele Tausend Menschen aus verschiedenen Ländern an, um die Himmelfahrt der Jungfrau Maria zu feiern.
Getöpferte Keramik – Gefäße, Vasen, Teller und Kerzenständer mit einer leicht glitzernden Glasur, die der Keramik eine warme Farbe verleiht – sind ein traditionelles lettisches Handwerk. Jeder Töpfer hat seinen eigenen Stil, wodurch er dem lettischen Handwerk seine persönliche Note verleiht. Patchwork, verschiedene Strickarten, Häkeln, Schnitzen und Flechten sind beliebte Handarbeiten in Latgale; sie repräsentieren Eigenheiten der volkstümlichen Kunst in dieser Region.
Daugavpils
Die »südöstliche Metropole« Lettlands, die Stadt Daugavpils, liegt an der Daugava (Dūna), etwa 220 km von Rīga entfernt. Nach der Einwohnerzahl und dem Industrievolumen ist sie die zweitgrößte Stadt Lettlands. Hier kreuzen sich fünf Eisenbahnlinien, sechs Autobahnen, hier gibt es einen Flughafen und einen Schiffshafen. Früher war Daugavpils auch einer der wichtigsten und der am stärksten befestigten militärstrategischen Orte der Region. Die Touristen kommen von überall her, um die Festung von Daugavpils, ein Denkmal von osteuropäischem Rang, zu besichtigen.
Daugavpils: Sehenswertes
Daugavpils Festung (cietoksnis)
Die Festung von Daugavpils ist das einzige in ihrer Art erhaltene Vorbild von Schutzbauten aus der ersten Hälfte des 19. Jh. in Osteuropa. Die Festung ist einige Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum am rechten Ufer der Daugava gelegt. Sie ist eine ehemalige Bastion der Zarenzeit. Sie hatte eine hohe strategische Bedeutung.
Im Jahre 1810 überreicht der russische
Militärminister Michail Barclay de Tolly dem russischen Imperator Alexander dem I einen Bericht „Verteidigung der westlichen Territorien von Russland“, in dem er hinweist, dass ein strategisch wichtiger Ort des Baus der Festung befindet sich in Duenaburg, wo die Befestigungen der im, 16. Jh. Gebauten Festung geblieben sind. Der russische Imperator Alexander I bestätigt das vom Oberstingenieur J. Heckel erarbeitete Projekt der Festung. Danach beginnt der Bau der Befestigung. Die Arbeiten verliefen unter ungünstigen Bedingungen auf einem niedrigen sumpfigen Gelände. Schon 1811, am Vorabend der napoleonischen Invasion, wurde der Neubau zu einer Festung ersten Ranges erklärt.
Im Jahre 1812 versucht das französische Armeekorps unter der Leitung des Marschalls Udino erfolglos die Festung zu erobern. Das ist einer der ersten Fällen während des Krieges 1812, wo die unbesiegbaren französischen Truppen nicht imstande waren den Widerstand einer recht kleiner Besatzung zu brechen. Im Dezember 1812 erleidet die Napoleon-Armee eine Niederlage und sie verlässt das Land. Später bekennt Napoleon sarkastisch: „Von dem Grossen bis zum Lächerlichen ist nur ein Schritt“.
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Nach der Vertreibung der französischen Armee aus Russland wurden die Bauarbeiten von neuem aufgenommen und bis Mitte des 19. Jh. fortgesetzt, obwohl schon 1833 eine symbolische Einweihung der Festung stattgefunden hatte. Das ganze Ensemble bestand aus den auf dem Innengelände der Festung errichteten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden im russischen Empirestil (Architekt: Alexander Staubert) sowie aus der Jesuitenkollegiumskirche und einem Wohngebäude aus dem 18. Jh. Die äußeren Befestigungsanlagen bestanden aus Wällen, acht Bastionen, Ravelins, dem äußeren Schutzwall mit verdecktem Weg und einem Glacis am rechten Ufer der Daugava sowie aus dem Befestigungssystem der Vorderbrücke am gegenüberliegenden Ufer des Flusses. Für die Verteidigungsbauten ist meisterhaft bearbeiteter Feldstein verwendet worden.
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Während des Zweiten Weltkrieges wurde das schöne barocke Architekturdenkmal, die Jesuitenkollegiumskirche, zerstört. Die anderen der vorher erwähnten Befestigungsanlagen und Bauten kann der Tourist noch heute besichtigen.
Letzte Zeit ist viel Aufmerksamkeit auf die Festung von der Staatsverwaltung und Stadtrat geschenkt. Es sind viele grossartige Projekte geplant. Ein von diesen Projekte ist Marc Rothkos Kunst- und Informationszentrum in der Festung. Dieser Projekt realisiert sich unter dem Patronat der ehemaligen Präsidentin von Lettland Frau Vaira Vike-Freiberga.
Den amerikanischen Maler Mark Rothko (1903–1970) kennt wohl jeder halbwegs kunsthistorisch Bewanderter, besonders wegen seines Spätwerks. Hängen doch seine berühmten, teilweise riesigen Farbfeldmalereien mit lasierend übereinander liegenden, monochromen Flächen in den großen Museen dieser Welt (etwa in der „National Gallery of Art“ in Washington). Dass er jedoch in der lettischen Stadt Daugavpils, 232 Kilometer von Riga entfernt, das Licht der Welt erblickte, dürften eher wenige wissen.
Marc Rothko (Markuss Rotkovics) ist ein weltweit bekannter Künstler – Abstraktionist und Expressionist, einer der Gründer des Abstraktionismus. Er wurde 1903 in Daugavpils geboren. Seine Familie emigrierte in die USA and Marc Rothko lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 1970 in New York.
In letzter Zeit erzielten seine Werke Höchstpreise. Sein Bild "Hommage to Matisse" von 1954 ging Ende vergangenen Jahres bei einer Christie’s Versteigerung für 22,41 Millionen Dollar an einen anonymen Telefonbieter. Damit erzielte das Auktionshaus das bis dahin höchste Ergebnis für Rothko und seither teuersten Werk im Bereich „Nachkriegskunst“.
Die Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den Kindern von Marc Rothko zeigt sich auch in der Genehmigung, den Namen des Künstlers im Zusammenhang mit dem Zentrum verwenden zu dürfen. Das Kunst und Informationszentrum wird für seine Ausstellungen außerdem einige Originale von Marc Rothko erhalten.
Die Familie des Künstlers, die zur Eröffnung eigens von der Präsidentin Vaira Vike-Freiberga aus den USA in Lettland empfangen wurde, sagte zu, dem Zentrum Werke des Malers zu überlassen. Heute kann man in Daugavpils die Reproduktionen von Marc Rothko im Museum für Heimatkunde und Kunst anschauen (Rigas Strasse 8).
Die Kinder des Künstlers hatten sich schon in den vergangenen Jahren in Daugavpils engagiert und die Restaurierung von vierzig Synagogen, die in Rothkos Kindheit noch intakt waren, unterstützt.
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Das „Mark Rothko Center für Art and Education“ in Daugavpils wird in Zukunft Symposien, Vorträge, Workshops veranstalten.
Über die Festung gibt es sehr viele interessante Sagen und Legenden. Oft erzählt man, dass die Skizzen der gesprengten Jesuitenkollegiumskirche vom bekannten italienischen Architekten Rastrelli, der während des Baus der Kirche in Rundale gelebt hat, gezeichnet wurden. Man sagt, dass in der Zeit, als in der Festung Jesuiten wohnten, es dort einen unterirdischen Gang gab, der unter der Kirche begann und weiter unter der Daugava führte. Dieser Gang ist aber nirgendwo dokumentiert und nicht entdeckt.
Nach der Meinung des Schriftstellers Julian Semjonow sei die Bernsteinzimmer, die die Deutschen während des II Weltkrieges aus St. Petersburg weggebracht haben, in der Festung Daugavpils geblieben. Obwohl die Bernsteinzimmer zurzeit schon renoviert ist, wurde die echte Bernsteinzimmer nicht gefunden. Noch viele Rätsel und Geheimnisse bewahrt die großartige und einzigartige Daugavpils Festung.
(Vorbereitet von dem Verein von Dünaburger Deutschen „Erfolg“)































