Triff die Wasserfee

image006Projektbericht

„Triff die Wasserfee“
eine Kinderferienschule zum Thema Wasser

Zeitraum:
10. Juni bis 21. Juni 2013.

Ort:
Cietokšņa iela 44, Daugavpils, LV-5400, Lettland.

Projekteam:
Verein der Dünaburger Deutschen „ERFOLG“,
Olga Jesse: Vorsitzende, Projektleiterin, verantwortlich für die Koordination und Buchaltung des Projektes
Madeleine Gerstner: deutsche Freiwillige, Betreuerin, verantwortlich für Programm, Deutschunterricht und kreative Workshops, sowie Exkursionen
Lidja Linde: Betreuerin, verantwortlich für Spiele und kreative Workshops
Nikolas Stäudte: deutscher Freiwilliger, Betreuer, verantwortlich für Deutschunterricht, Spiele und das Theaterstück
Maria Pascoa: portugiesische Freiwillige, Betreuerin, verantwortlich für Präsentationen und Spiele
Olga Junida: Betreuerin
Jeanne Wilmart: belgische Freiwillige, Betreuerin, verantwortlich für Spiele
Irina Keiša: verantwortlich für technische Fragen und Informationen

1. KURZE ZUSAMMENFASSUNG DES PROJEKTES
Die Organisation verschiedener Schulen und Veranstaltungen für die Kinder, für die Jugendlichen und für alle Einwohner der Stadt Daugavpils ist im Verein der Dünaburger Deutschen „ERFOLG“ schon zu einer Tradition geworden. Dieses Mal wurde eine Sprachschule „Triff die Wasserfee“ für die Kinder der Stadt Daugavpils organisiert. Das war eine Sommerschule für die Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Popularität der deutschen Sprache in den Schulen Lettlands vermindert sich leider, man gibt Englisch Vorzug. Deshalb halten wir sehr wichtig die deutsche Sprache zu popularisieren und die Kinder von früher Kindheit an mit der Sprache bekannt zu machen und sie gleichzeitig für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser zu sensibilisieren.
Das Projekt „Triff die Wasserfee“ fand in der Stadt Daugavpils, im Verein der Dünaburger Deutschen „ERFOLG“, vom 10. Juni bis 21. Juni 2013 statt. Vom 27.05.2013 bis 07.06.2013 wurde eine Vorbereitungsphase zum Projekt organisiert: Formierung der Teilnehmergruppen der Sprachschule, Planung des konkreten Programms, der Exkursionen, Spiele und Workshops. Information über das Projekt wurde mit der Hilfe von der Internetseite von des Vereins www.erfolg.lv verbreitet. Wir informierten auch die Einwohner durch eine selbst gestaltete und sich unmittelbar an die Mitgliederglieder der Vereine richtende Informationsarbeit über das Projekt.
Vom 10.06.2013 bis 21.06.2013 öffnete unsere Sprachschule ihre Türen für die Kinder. Die Kinderschule dauerte 10 Tage. Die Schule dauerte täglich von 9 bis 16 Uhr, dazwischen aßen wir gemeinsam zu Mittag.
Jeder Tag der Ferienschule begann mit einer Stunde Deutschunterricht, der sich inhaltlich um das Thema „Wasser“ drehte, aber auch allgemeine Vokabeln, wie Begrüßung, Zahlen und Farben beinhaltete. Die Kinder fanden großes Gefallen an dem abwechslungsreichen Programm, bei dem sich klassischer Lernen mit verschiedensten Spielen und Gruppenarbeiten abwechselten, sodass wir nicht selten die für diesen Unterricht eingeplante Zeit verlängerten. Die Vokabeln wurden dann in der nächsten Deutschstunde wiederholt, in Spielen gefestigt oder in kleinen Dialogen praktisch Angewendet.
Im Anschluss bastelten wir mit den Kindern oder veranstalteten kreative Workshops. So entstanden beispielsweise wunderschöne Wasserlandschaften aus Aquarellfarben, niedliche Oktopusse und Fische aus Wolle oder raffinierte Schneeflocken aus Papier. „Schneeflocken im Sommer?“ fragten die Kinder – natürlich, denn Wasser hat viele Formen! Und auch das war Teil unseres Programms: die Teilnehmer erfuhren, wo der Regen herkommt, warum Pflanzen Wasser brauchen und weshalb viel trinken, gerade im Sommer, besonders wichtig ist. Die Kinder wurden in kleinen Gruppenarbeiten selbst aktiv, wurden durch verschiedene Experimente zum Staunen gebracht und lernten bei unseren zahlreichen Exkursionen, die nach dem Mittagessen stattfanden, so einiges Neues. Da wären beispielsweise die Wolkenbeobachtung im Park, unsere Tour durch die historische Festung oder unser Besuch durch den Zoo, welchen wir als Anregung nutzten, langweilige Schuhkartons in lustige, bunte Aquarien zu verwandeln.
Besonders großen Spaß hat den Kindern auch unser Ausflug zum See gemacht, den wir als kleinen Abschluss der ersten Woche geplant hatten. Durch ein Picknick gestärkt, spielten wir verschiedene Spiele, sammelten Muscheln und Steine am Ufer und genossen die erholsamen Seiten des Wassers.
Nach dem Wochenende starteten wir in die zweite Woche. Unseren ursprünglichen Plan den Sprachunterricht durch ein kleines Theaterstück zu ersetzen, änderten wir aufgrund des großen Interesses an der deutschen Sprache. Darum begannen wir auch in dieser Woche die Tage mit Deutschunterricht, verschiedenen Spielen und Wiederholungen.
Von 10:00 bis 11:00 war es Zeit für Theater! Die Kinder probten das selbstgeschriebene Theaterstück „Das Geheimnis des verdorbenen Wassers“, welches wir zum Abschluss der Kinderschule vor den Eltern aufführen wollten. Der Ehrgeiz der Kinder war geweckt und sie nutzten jede freie Minute zum proben des Textes und auch die kleinsten waren Feuer und Flamme. Die Kinder bastelten ihre eigenen Kostüme und auch das Bühnenbild wurde selbst gestaltet. Das von den Kindern gelernte Lied „Die Jahresuhr“ wurde prompt in das Stück integriert und mit großer Freude auf dem Weg zum Mittagessen gesummt. Auch das Fernsehteam eines lokalen Senders konnte es sich nicht nehmen lassen, einige Aufnahmen unser Probe und des Projekts im Allgemeinen, zu machen.
Auch unser Besuch des städtischen Wassermuseums machte uns allen viel Spaß – anschaulich wurden interessante Fakten, wie der Unterschied zwischen Salz- und Süßwasser oder der Weg des Wassers in unsere Wasserhähne, näher gebracht.
Durch das gute Wetter konnten wir auch viel Zeit an der frischen Luft verbringen: Wir spielten spiele, bastelten Seerosen, um diese im Springbrunnen der Stadt schwimmen zu lassen und auch eine Tour mit einer Pferdekutsche war Teil des Programms!
Am letzten Tag werteten wir gemeinsam mit den Kindern die vergangenen 10 Tage aus und waren überrascht wie vielfältig die Antworten auf die Frage, was ihnen am besten gefallen habe, waren – die Spiele, der Deutschunterricht, die kreativen Workshops oder die Exkursionen, alles war vertreten. Nach dem Mittagessen gingen wir noch ein letztes Mal in den Park und belohnten die Kinder mit Eis für ihre aktive Teilnahme. Doch unser Programm hielt noch einen Punkt bereit: die Theateraufführung für die Eltern!
Trotz großer Aufregung lief alles wie geplant und wir konnten gemeinsam mit den Kindern und ihren Eltern Tee und Kuchen genießen, bevor wie die Teilnehmer mit Diplom und Geschenk verabschiedeten.

Während der Sommerschule legten die Kinder ein Portfolio an, indem sie die Kenntnisse aus dem Sprach- bzw. Kulturunterricht, sowie den kreativen Workshops festhielten sowie das andere Material, wie zum Beispiel Liedtexte und das Theaterdrehbuch sammelten.
Am Projekt nahmen die Kinder verschiedener Altersstufen (von 6 bis 12 Jahre) teil.
Evaluierungsphase vom 25.06.2013 – bis 28.06. 2013 – Bericht und Abrechnung.
2. DIE ERREICHTEN ERGEBNISSE DES PROJEKTES

Qualitätsergebnisse:

• Durch dieses Projekt weckten wir das Interesse an Deutschland und der deutschen Sprache. Man zeigte den Kindern, dass es nicht nur Spaß macht, Deutsch zu lernen, sondern auch neue interessante Möglichkeiten im Leben öffnet.

• Auf die Verbreitung der Deutschen Sprache haben wir besonderen Wert gelegt. Die Kinder hatten die ganze Zeit über Kontakt mit unseren deutschen Freiwilligen, die über das Programm Europäischer Freiwilligendienst der Europäischen Union bei uns sind. So konnten die Kinder von Muttersprachlern lernen und ihre Kenntnisse sofort anwenden, da die Schule soweit möglich auf Deutsch geführt wurde. Im Unterricht lernten die Kinder verschiedene Wortfelder kennen, die später in Spielen wiederholt und gefestigt wurden und führten erste Dialoge auf Deutsch. Viele Kinder zeigten uns ihre bereits vorhandenen Deutschkenntnisse, die sie in vorherigen Schulen bzw. zu Hause sammeln konnten. Wir versuchten die Kinder durch verschiedene Begrüßungsspiele in den Dialog zu bringen, bei Spielen im Park oder unserem selbstgeschriebenen Theaterstück mussten sich die Kinder bewegen und ihr Deutschwissen aktiv gebrauchen. So konnten wir verschiedene Lerntypen ansprechen – auditives, visuelles, motorisches sowie kommunikatives Lernen.
• Dank der Organisation der Sommersprachschule wurde es den Kindern die Möglichkeit gegeben, ihre freie Zeit in den Ferien nützlich, mit Spaß zu verbringen, etwas Neues, Interessantes zu erfahren, die Weltanschauungen zu erweitern.
• Durch unsere zahlreichen kreativen Angebote wurden die Kinder gefördert und dazu angeregt, selbst schöpferisch tätig zu werden. Sie arbeiteten zum Teil unter Anleitung, aber wir legten ebenfalls viel Wert darauf die Kreativität der Kinder nicht einzuschränken, so entstanden beispielsweise überaus kreative Aquarien aus Schuhkortons und auch die Kostüme für unser Theaterstück fertigten die Kinder selbst an.

• Den Kindern wurde eine gute Ferienbeschäftigung geboten – sie waren nicht nur kreativ tätig und lernten Neues kennen, sie verbrachten auch viel Zeit an der frischen Luft und gemeinsam mit anderen Kindern. Sie knüpften Kontakte und schlossen neue Freundschaften.

4. WELCHE SCHWIERIGKEITEN TRATEN IN DER PROJEKTARBEIT AUF, WELCHE STRATEGIEN WURDEN ZUR BEWÄLTIGUNG GENUTZT?

Eine Schwierigkeit bei der Durchführung des Projektes bestand im Alter der Teilnehmer. Die Schule besuchten die Kinder im Alter von fast 6 bis 12 Jahren, so war die Altersdifferenz ziemlich groß. Das Problem bestand darin, dass die Kinder ein verschiedenes Lerntempo und eine unterschiedliche Vorbildung hatten. Daher schienen die geplanten Aufgaben für einen Kinder zu leicht, für die anderen zu schwer. Doch dieses Problem war leicht zu lösen: Wir änderten dann das Programm des Deutschunterrichts und teilten die Kinder in zwei Gruppen, um sie individueller und ihrem Alter entsprechend besser fördern zu können.
Eine andere Komplikation des Projekts bestand in dem Thema „Wasser“. Bei den Kindern bestand leider wenig Interesse daran, etwas über Wasserverschwendung und ihre Auswirkungen zu lernen. Präsentationen und Diskussionen waren daher nur begrenzt möglich und darum mussten wir diese durch andere Aktivitäten, wie themenbezogene Experimente und Spiele, ersetzen, die sie mehr interessierten.

Unser ursprüngliches Programm ging also nur teilweise auf, aber aufgrund guter Vorbereitung war es uns möglich das Programm entsprechend der Interessen der Teilnehmer um zu planen und zu erweitern.

5. WIE WURDE DIE KOOPERATION MIT TEAMGLIEDERN UND PARTNERN IM PROJEKT UMGESETZT?

Von Anfang an hat unser Team seine Arbeit gut organisiert, geplant, die Aufgaben und Pflichten zwischen den Teamglieder unterteilt. Alle Teamglieder haben ihre Aufgaben rechtzeitig und sorgfältig erfüllt, deswegen war die Teamarbeit produktiv. Auch während der Projektwochen löste unser Team erfolgreich die aufkommenden Fragen und Probleme.

6. WAS SIND NACHHALTIGE WIRKUNGEN ODER ANSCHLUSSPERSPEKTIVEN FÜR DAS PROJEKT?
Die Kinder erfuhren ziemlich viel über Deutschland und äußerten nur Gutes und waren sehr froh, dass es so eine interessante Möglichkeit für sie gab, der deutschen Sprache auf praktischem Weg auf die Spur zu kommen. Die Teilnehmer äußerten auch den Wunsch, auch weitere Maßnahmen im Verein zu besuchen. Wir planen auch weiter ähnliche Projekte für die Kinder der Stadt Daugavpils, da sich jeder, der Deutsch lernt, einen wichtigen geistigen, wirtschaftlichen und kulturgeschichtlichen Bereich Europas erschließt. Wer Deutsch spricht und versteht, lernt die Kultur besser kennen und verbessert seine Chancen und kann problemlos mit rund 100 Millionen Europäern in ihrer Muttersprache kommunizieren.
VEREIN „ERFOLG“
CIETOKŠŅA 44, DAUGAVPILS.
TEL: 20371892, 65420019
erfolg@inbox.lv
www.erfolg.lv